Reinraumhandschuhe

Bevor wir auf die genaue Beschreibung von diesen Handschuhen genauer eingehen sollte die Frage beantwortet werden:

Was ist ein Reinraum?

Ein Reinraum ist ein Arbeitsbereich, bei dem die Konzentration der in der Luft befindlichen Teilchen aus hygienischen oder Produktschutz-technischen Gründen sehr gering gehalten wird. Dieser Reinraum wird für spezielle Fertigungsverfahren in der Halbleiter- oder pharmazeutischen Industrie verwendet, wo die luftgebundenen Partikel stören würden.

Beispiele für einen industriellen Reinraum wären:

– Optik- und Lasertechnologie
– Luft- und Raumfahrttechnik
– Biowissenschaften
– medizinische Forschung
– pharmazeutische Produktion
– keimfreie Produktion
– Arzneimittelherstellung
– Nanotechnologie

Die Konstruktion von einem Reinraum ist derart konzipiert, dass die Quantität der Luftpartikel so niedrig, wie möglich gehalten wird. Darüber hinaus können auch
(je nach ISO – Klasse) Anzahl der Partikel und Keime, aber auch die Parameter Temperatur,
Luftfeuchtigkeit und Luftdruck in dem betreffenden Reinraum kontrolliert werden.

Reinraum – Klassen
Ein Reinraum wird analog zu seiner Anzahl der erlaubten Partikelbelastung entsprechend in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Die Einteilung vom Reinraum wird in der ISO (ISO 14644 -1/2/3) klar definiert. Hier wird schnell deutlich: Reinraum ist nicht gleich Reinraum!
Gemäß der Einteilung durch die ISO – Einteilung gibt es eine Klassifizierung von ISO – Klasse 1 bis ISO – Klasse 9. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/EN_ISO_14644

Ein weiterer Aspekt bei der Auswahl der richtigen Produkte für den Reinraum (egal, ob nun Handschuhe aus Vinyl, Nitril, Latex oder Polyurethan) oder auch Reinraumhandschuhe, die unsteril oder steril sind, ist der Begriff ESD.

Was heißt eigentlich ESD im Zusammenhang mit der Fertigung im Reinraum?
Bei dem Begriff ESD handelt es sich um die elektrostatische Entladung (ESD = electrostatic discharge).
ESD ist somit ein im Reinraum unerwünschter Ladungsträgeraustausch. Da es durch das ESD – Phänomen zu verheerenden Folgen für die Produkte aus dem Reinraum kommen kann, ist es bereits bei der Auswahl der richtigen Arbeitskleidung für den Reinraum wichtig auf die Vermeidung eines ESD Entladung zu achten. Produkt für Produkt sollte bereits im Einkauf auf Produkte (gerade im Bereich der Einweg Verwendung) geachtet werden, von denen keine ESD – Gefahr ausgehen kann.

Oftmals ist der menschliche Körper der Ausgangsort für Verschmutzungen im Reinraum. Aus diesem Grund sollte schon vor dem Betreten vom Reinraum auf einen optimalen Schutz (z. B. durch entsprechende Handschuhe für den Reinraum) geachtet werden. Auch bei einem ISO kann dies ein Prüfungskriterium sein. Gerade der Kontakt von der menschlichen Hand zum Produkt ist ein Gefährdungspotential, das nur durch den richtigen Einsatz von Reinraumhandschuhe unterbrochen werden kann. Diese Einweghandschuhe bestehen meisten aus Vinyl, Nitril oder Latex. Mittlerweile gibt es jedoch sehr gute Alternativen aus Polyurethan. Mehrweg – Handschuhe bestehen oftmals aufgrund der guten ESD – Eigenschaften aus Nylon.
Reinraumhandschuhe aus Nylon sind Produkte, die keinen regelrechten Spritzschutz wie z.B. Einweghandschuhe, die gemäß der ISO – 374 getestet sind. Dafür bieten Handschuhe aus Nylon eine hohe Griffigkeit an den Fingerspitzen, die mit Fingerlinge vergleichbar ist. Fingerlinge verlieren jedoch mehr und mehr an Bedeutung im Reinraum. Produkte aus Vinyl, Nitril, Latex, aber auch Polyurethan oder Nylon finden deutlich mehr Anklang als der partielle Schutz durch Fingerlinge. Es gibt aber auch Anwender, die Fingerlinge über Einweghandschuhe drüber ziehen. Seitens der ISO – Vorgaben ist dem nicht entgegen zu setzen. Da Handschuhe aus Vinyl ja eher unelastisch sind verleihen Fingerlinge dem Anwender mit dieser Auswahl eine höhere Griffigkeit im Kontakt zum Produkt.

Nun wissen wir grob,  was ein Reinraum ist und welche Produkte hier eine relevante Rolle spielen.
Die Klassifizierung vom Reinraum kann sofort durch die Vorgaben der ISO taxiert werden.
Je nach Klassifizierung vom Reinraum werden beispielsweise Produkte, wie z. B. Handschuhe (also Reinraumhandschuhe) aus verschiedensten Materialien (Nitril, Latex, aber auch Polyurethan oder Nylon) zum Schutz vor dem Kontakt mit dem Produkt eingesetzt.

Was zeichnet nun Reinraumhandschuhe aus?

Handschuhe für den Reinraum werden von vielen Lieferanten angeboten.
Es handelt sich schließlich hierbei um ein sehr delikates Produkt, was einerseits einen entsprechenden Schutz für den Mitarbeiter, aber auch einen Schutz (bei Kontakt) für das Produkt darstellt. Die richtige Auswahl von Handschuhe im Reinraum ist kein leichtes Thema. Verschiedene Kriterien erleichtern die Auswahl:

– keine ESD – Gefährdung
– Einweg- oder Mehrweg – Produkt
– verschiedene Materialien (wie Vinyl, Latex, Nitril oder Polyurethan)
– ggf. partiellen Schutz vor Kontakt mit dem Produkt (z.B. durch Handschuhe aus Nylon)
– verpackt per Stück oder per Paar

Der Einsatz und die Auswahl von Handschuhen im Reinraum ist nicht selten ein schon fast philosophisches Unterfangen. Während der eine an den Schutz hinsichtlich ESD im Reinraum denkt, möchte der andere im Reinraum lieber auf ein Produkt aus dem Bereich Einweg – Handschuhe zurückgreifen. Die Auswahl an Handschuhen für den Reinraum ist riesig.
Produkte aus dem Bereich Einweg (also aus vorwiegend Nitril, Latex oder Polyurethan) werden oftmals auch im Paar angeboten. Der ökologische Gedanke beim Einsatz von Reinraumhandschuhe im Bereich Einweg und deren Verwendung greift immer mehr.
Daher ziehen viele Anwender den Gebrauch von Nylon – Handschuhe vor.
Handschuhe gibt es viele für den Reinraum, aber Reinraumhandschuhe sind nicht gleich Reinraumhandschuhe. Sie sollten sich vor dem Kauf die Mühe machen und mit uns Kontakt aufnehmen um sich die kompetente Beratung für Ihren Reinraum einzuholen.
Auch spielt die Frage nach steril oder unsteril bei dem Einkauf von Reinraumhandschuhen eine Rolle. Nicht nur die Handschuhe, die per Paar (wie OP-Handschuhe) zum Einweg – Gebrauch angeboten werden, sind steril oder sterilisierbar.
Auch ein Produkt aus Nitril, Latex oder Polyurethan und Nylon sind für die Benutzung im Reinraum sterilisierbar. ESD bzw. Die Vermeidung von ESD ist mit ausschlaggebend für die richtige Wahl der Reinraumhandschuhe. Kaufentscheidungen für den Reinraum sind keine leicht zu nehmende Angelegenheit. Nur wegen ein paar Cent ein Produkt zu wechseln (wie beispielsweise Handschuhe im Krankenhaus) kann gewaltige Folgen haben.
Reinraumhandschuhe sind eine besondere Klasse im Bereich der Handschuhe im Industriesektor.

Zusammen gefasst:

Reinraumhandschuhe sind hoch spezialisierte Handschuhe in der Kategorie der Einmalhandschuhe und – gemäß dieser Bezeichnung – für den Bereich des Reinraums hergestellt. Ein Reinraum ist ein Raum, in dem die Konzentration luftgetragener Teilchen so gering wie möglich gehalten wird. Wie auch der handelsübliche Einweghandschuh wird der Reinraumhandschuh nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Der Einsatzbereich dieses steril oder unsteril verpackten Einweghandschuhs ist breit gefächert und reicht von expliziten Reinräumen in Labors und Forschungsanstalten über Apotheken, sämtlicher medizinischen Bereichen, Arztpraxen und Operationssälen, der Industrie und dem Lebensmittelbereich bis hin über Biowissenschaften, Nanotechnologie und der Luft-/Raumfahrt.

Die Hände des Menschen sind sein wichtigste Arbeitsgerät und bedürfen daher großem Schutz vor Einflüsse von außen wie Chemikalien sowie physikalischen und mechanischen Gefahren. Aber gerade auch als Hauptüberträger für Keime und Bakterien wird ein extrem hoher Reinheitsschutz in diesen speziellen Einsatzbereichen gewährleistet, da durch die speziellen Reinraumhandschuhe die Qualitätssicherung der Arbeit entsprechend der vorgeschriebenen Richtlinien sicher gestellt sein muss. Die Benutzung des Reinraumhandschuhs ist somit nicht nur zum Schutz der eigenen Gesundheit einzusetzen, sondern dient auch der absoluten Qualitätssicherung bei der Berührung mit den jeweiligen Produkten oder Gegenständen in seinem Einsatzbereich (Produktschutz).

Je nach Einsatzbereich ist der Reinraumhandschuh in Latex- oder Nitrilqualität zu beziehen und je nach den Anforderungen und Ansprüchen des Anwenders steril oder unsteril verpackt. Das aseptische Anziehen des Handschuhs im sterilen Bereich ist durch die aufwendige Verpackungstechnik gewährleistet. Generell sind die Reinraumhandschuhe der Firma Simedas GMBH reinraumkompatibel verpackt und ausnahmslos in der Reinraumklasse 100 einsetzbar. Die Qualität des Reinraum-Handschuhs ist sehr hochwertig und hebt sich zunächst allein durch extrem hohen Tragekomfort durch seine anatomische Formung von den handelsüblichen Einweghandschuhen ab. Ebenso sind die Größenunterteilungen dieser speziellen Handschuhe durch halbe Handschuhgrößen in kleinste Schritte unterteilt, um sowohl eventuellen Ermüdungserscheinungen der Hände durch zu eng sitzende Handschuhe entgegenzuwirken, als auch durch diese fixierte Passgenauigkeit ein exaktes Arbeiten auch mit kleineren Geräten und Gegenständen zu ermöglichen (Reagenzglas, Skalpell, Mikrochip, Waver, Implantate usw). Je nach Modell ermöglicht die sehr gute Griffigkeit durch die Mikrostruktur auf der Oberfläche des Reinraumhandschuhs (texturierten Fingerspitzen) ein sicheres Arbeiten in jedem Einsatzbereich. Die Schaftlänge des Reinraumhandschuhs liegt in jeder Reinraumkategorie bei 300 mm und schützt so den Benutzer auch vor unliebsamen Berührungen mit Chemikalien oder sonstigen Stoffen und Essenzen. Zeitgleich wird auch das Arbeitsfeld des Anwenders vor eventuellen Verunreinigungen durch Haare oder sonstige Hautpartikel geschützt.

Die europäischen Normen wie z.B. DIN EN 14644 sind selbstverständlich erfüllt.